Sommerhaus mit Swimmingpool von Herman Koch

Argon, 07.12.2011 ISBN 9783839811115 441 Minuten

Argon, 07.12.2011
ISBN 9783839811115
441 Minuten

Also ich kann nur hoffen, dass mein Hausarzt mit der Hauptfigur dieser Geschichte so gut wie nichts gemeinsam hat. Ansonsten hätte ich schon ein merkwürdiges Gefühl…
Hauptfigur ist Marc Schlosser, ein Hausarzt dessen PatientInnenkreis sich überwiegend aus Menschen mit sogenannten kreativen Berufen zusammensetzt: SchriftstellerInnen, MalerInnen, SchauspielerInnen undundund. Denn es ist bekannt, dass der Arzt sich der Verschreibung bestimmter aktivierender Medikamente gegenüber aufgeschlossen zeigt, deren Unterstützung gerade in schöpferischen Kreisen gerne willkommen geheissen wird. So findet auch der berühmte Schauspieler Ralph Meier seinen Weg in Marcs Praxis und schon nach kurzer Zeit sind die Familien der Beiden miteinander bekannt. Und wie der ‚Zufall‘ es so will, verbringen sie gemeinsam einen Teil ihrer Ferien in einem Sommerhaus mit Swimmingpool. Doch Ralph hat so seine dunklen Seiten, die sich nicht zuletzt auch auf Marcs Familienleben auswirken…
Eigentlich ist die Sache von Beginn an klar: Dort der gute Hausarzt, da die chaotische, komplizierte und heuchlerische Künstlerschar – keine Frage, wem die Sympathien gehören. Doch das Bild wandelt sich und immer öfter stellt man sich die Frage, wer hier eigentlich wem etwas vormacht. Selbst als man sich sicher zu sein scheint wer wohin gehört, muss man feststellen, wieder völlig daneben gelegen zu haben.
Wie der Autor so gut wie jeden Mitwirkenden fast bis auf die Haut entlarvt und bloßstellt, ließ mich häufig erst laut lachen, das dann aber immer wieder in betroffenem Schlucken unterging. Denn es ist böseböseböse – aber gut 😉 Es ist eine toll erzählte Geschichte, die wirklich genial mit den Erwartungen der Zuhörenden spielt – ok, auf jeden Fall mit meinen. Und dazu noch kongenial vorgetragen von Johannes Steck, dem es richtig gut gelingt, den einzelnen Personen eine charakteristische Tonlage zu verleihen. Insbesondere Ralph fand ich äusserst überzeugend verkörpert.

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