Die Marseille-Connection von Massimo Carlotto

Tropen-Verlag (Klett-Cotta), 23.09.2013 ISBN 9783608501346 240 Seiten

Tropen-Verlag (Klett-Cotta), 23.09.2013
ISBN 9783608501346
240 Seiten

An alle interessierten Leserinnen und Leser!!! Kauft dieses Buch auf keinen Fall wegen des Klappentextes und/oder des Titels. Beides hat nur WENIG mit dem Inhalt zu tun!
Gleich zu Beginn habe ich mich bereits gewundert, weshalb die Kritiken zu diesem Buch doch verhältnismäßig schlecht ausgefallen sind, denn Masssimo Carlotto hat einen klaren, schnörkellosen und packenden Stil, der mich schon in seinem vorhergehenden Buch ‚Banditenliebe‘ (gibt es da keinen Nachfolger?) begeistert hat. Und an diesem Stil hat sich auch nichts verändert. Anhand diverser Verbrecherkreise und einer Kommissarin (die sich in ihren Methoden jedoch nur sehr unwesentlich von ihren ‚Kunden‘ unterscheidet), deren Wege sich im Laufe des Buches kreuzen, wird ein Teil der Gesellschaft Marseilles beschrieben, den wohl nur die Wenigsten von uns kennen. Die äußerst ungewöhnliche Kommissarin versucht mit ihren eigenen und selten legalen Methoden eine Gruppe von korrupten Geschäftsmännern und Politikern zu überführen und gleichzeitig die Latinogruppen in ihrem Viertel aus dem Drogengeschäft zu drängen. Dabei benutzt sie ohne Skrupel einen kleinen mexikanischen Kokainschmuggler, der sich unter ihrer Aufsicht ins Geschäft drängt, dabei aber glaubt, auf eigene Rechnung handeln zu können. Zeitgleich sind vier junge, hoch intelligente erfolgreiche Ökonomieabsolventen dabei, ihr illegal erworbenes Vermögen schnellstmöglich zu vermehren – egal auf welchem Weg. Dass einer dabei dem russischen Geheimdienst FSB als Agent dienen muss, ist momentan irrelevant – irgendwie wird man sich des FSB zu gegebener Zeit entledigen. Doch dieser hat neben der Überwachung seines Agenten noch ganz andere Ziele…
Wer nun (gerade anhand des Klappentextes) eine klare durchgehende Kriminalgeschichte erwartet, wird von dieser Lektüre vermutlich nicht so begeistert sein. Denn klar und durchgehend ist sie nur hin wieder. Auch der Originaltitel weist darauf hin: Respiro corto heisst mehr oder weniger ‚Kurzatmig‘, was sehr gut zu diesem Buch passt. Immer wieder wechselt die Erzählperspektive und man muss gerade zu Beginn etwas Konzentration aufbringen, um die Personen einigermaßen auseinanderhalten können. Dann bietet sich aber eine wirklich spannungsreiche und fesselnde Geschichte, die einen beim Lesen so richtig in die Unterwelt eintauchen lässt 😉
Aber wie schon beim letzten Buch ein kleiner Haken: Es ist einfach viel zu kurz!!! Der Stoff hätte locker auch für zwei- bis dreihundert Seiten mehr gereicht.

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